IGAP - Institut für Innovationen im Gesundheitswesen und angewandte Pflegeforschung

Dekubitus Pflege-Ratgeber

 

Dekubitusprophylaxe

Vorbeugende - prophylaktische Maßnahmen

Ein Druckgeschwür stellt eine große Belastung für den Patienten dar. Einerseits leidet der Patient unter starken Schmerzen und andererseits zieht sich der Patient immer mehr vom gesellschaftlichen Leben zurück. Nicht selten leiden Betroffene unter Depressionen. Oft dauert eine Dekubitus-Therapie mehrere Wochen, manchmal sogar Monate. Auch die Therapie kann zusätzlich schmerzhafte Unannehmlichkeiten verursachen.

Infolgedessen sollte erst gar kein Druckgeschwür entstehen. Um gefährdete Patienten davor zu bewahren, müssen vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. Bedauerlicherweise besteht heute keine einheitliche Handlungsweise in puncto Dekubitusprophylaxe. Häufig werden aus Unkenntnis oder veraltertem Fachwissen unsachgemäße pflegerische Handlungen, wie z. B. die Einreibung mit Melkfett oder das Massieren gefährdeter Hautpartien, durchgeführt.

Zur Schaffung einer qualitativen und einheitlichen Basis ist im August 2000 der nationale Expertenstandard zur Dekubitusprophylaxe veröffentlicht worden. Dieser dient hier als Grundlage für die nachfolgenden Ausführungen.

Der Expertenstandard umfasst folgende Schwerpunkte:

  • Aktuelles Wissen über Dekubitusentstehung und Einschätzungskompetenz des Dekubitusrisikos
  • Gewebeschonende Bewegungs-, Lagerungs- und Transfertechniken
  • Unverzüglicher Einsatz angemessener Hilfsmittel
  • Gewebetoleranz erhalten und fördern
  • Schulung der Patienten und deren Angehöriger
  • Gewährleistung der kontinuierlichen Durchführung prophylaktischer Maßnahmen
  • Einschätzungskompetenz über die Effektivität der prophylaktischen Maßnahmen

 

1. Risiko erkennen

Um ein Dekubitusgeschwür zu verhüten ist es zunächst einmal wichtig, das Dekubitusrisiko eines Patienten richtig einzuschätzen. Dazu kann man sich einer Auflistung der einzelnen Risikofaktoren bedienen und überprüfen, ob von diesen einige zutreffen. Übersichtlicher und einfacher ist die Einschätzung des Dekubitusrisikos mittels einer Skala, die dem Anwender ein genaues Bild über den Gefährdungsgrad des Patienten bietet. Eine der anerkanntesten Skalen ist die Braden-Skala.

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aktualisiert: Mai 2014